|
Über 2.800 Studenten haben sich in der ersten Augustwoche nach Hockenheim begeben und auch wir waren dieses Jahr wieder mit von der Partie, als die Formula Student Germany zu ihrem internationalen Konstruktionswettbewerb rief.
Bereits am Dienstagmorgen war der erste Teil des Teams auf den Weg nach Hockenheim, um alle nötigen Vorbereitungen zu treffen: der Zeltplatz wurde bezogen, die Zelte aufgebaut und die Teamverpflegung für eine ganze Woche besorgt. Parallel hierzu befand sich ein anderer Teil des Teams noch in heimischen Gefilden, um den Stallardo ˈ10 noch ein letztes Mal vor dem großen Event in Hockenheim zu testen. Am Abend hieß es aber auch für sie: Abreise nach Hockenheim.
Der Mittwoch begann planmäßig mit dem vom Veranstalter vorgegebenen Beziehen der Boxen. Weiterhin wurde das Fahrzeug für die am Donnerstag anstehende technische Abnahme vorbereitet. Diese verlief, zu unserer Freude, sehr unkompliziert. Es gab keinerlei größere Beanstandungen, wodurch ein schnelles Weitergehen zum Tilt Table, Noise Test und Brake Test erfolgen konnte. Auch diese konnten wir problemlos bestehen. Mit den für eine Fahrt auf dem Eventgelände benötigten Stickern, wurden noch mehrere Testruns absolviert und am Abend erfolgte schließlich noch die Vorbereitung auf die statischen Disziplinen, die am Freitag folgen sollten.
Die Business Plan Presentation stand als erste statische Disziplin an. Nach positivem Feedback waren wir sehr zuversichtlich, was die Platzierung und die Punktzahl anging. Mit Platz 25 und 59,76 Punkten konnten wir wichtige erste Punkte für uns verbuchen. Kurz nach dem Mittag erfolgte Teil zwei der statischen Disziplinen: das Engineering Design Event. Leider verlief dies für uns nicht so gut wie erhofft. Trotz sehr guter Vorbereitungen, wurden unsere Mühen nicht belohnt und dies spiegelte sich im Ergebnis wieder: Platz 36 mit 75 Punkten. Ein durchaus enttäuschendes Resultat. Den anschließenden Cost Report beendeten wir auf Platz 44 mit 65,30 Punkten. Mit den Statics für dieses Event abgeschlossen, konnte der Rennstall sich nun ganz auf die weiteren Vorbereitungen für die dynamischen Disziplinen konzentrieren. Weitere Testfahrten wurden erfolgreich absolviert und Kleinigkeiten nachgebessert.
Der Samstagmorgen begann ebenso früh, wie die Tage zuvor. Wir hatten uns entschieden das Können unseres Stallardo ʹ10 beim Acceleration als erstes unter Beweis zu stellen. Gegen 10 Uhr und unter besten Bedingungen konnten wir im letzten Versuch eine Zeit von 4,220 Sekunden vorweisen. Ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis, das letztendlich eine Top-10-Platzierung mit sich brachte.
Der anschließende Skid Pad war von Chaos gezeichnet. Kurz bevor unser erster Fahrer zu seinem Versuch antreten konnte verlor ein Fahrzeug Öl auf der Strecke. Eine Unterbrechung war die Folge, in der die Teams bei strahlendem Sonnenschein warten mussten, bis das Bindemittel seine Wirkung zeigte. Nach 45 Minuten wurde der Betrieb wieder aufgenommen, allerdings war die Warteschlange mittlerweile so lang, dass es zu einer Massenabfertigung ausartete. Die auf dem Bindemittel herausgefahrenen Zeiten waren bei allen Teams leider nur sehr bescheiden. Dies bestätigte auch unser erster Versuch. Das Zeitfenster wurde lediglich um 30 Minuten verlängert. Dies führte dazu, dass wir nur noch ein Team vor uns habend, keine weiteren zwei Versuche mit unserem zweiten Skid Pad Fahrer absolvieren durften. Dieses Schicksal teilten 20 weitere Fahrzeuge in der Schlange. Leider hat der enge Zeitplan des Events es nicht mehr zugelassen das gegebene Zeitfenster zu vergrößern. Dass das Glück uns nicht hold war, zeigte sich ebenfalls im anschließenden Autocross. Zuerst ein paar Hütchen, dann ein Sicherheitsrun vom zweiten Fahrer und abschließend ein Dreher. Mit einer Zeit von 55,692 Sekunden, landeten wir auf Platz 22 und qualifizierten uns damit für den 55. Startplatz im Endurance. Die langsameren Teams sollten also morgens, die schnelleren Nachmittags fahren.
Nach dem sehr sonnigen Samstag hielt das Wetter am Sonntag nicht das Beste für die teilnehmenden Teams bereit. Die ersten am Sonntag starteten Teams sollten immer wieder von Regen heimgesucht werden. Kurz vor Mittag wurde der Endurance offiziell unterbrochen, um den fahrenden Teams die Möglichkeit einzuräumen auf Regenreifen umzusteigen. Wir hatten mit unserem 55. Startplatz eine Startzeit zwischen 14:00 Uhr und 15:00 Uhr ergattert und hofften inständig auf eine Wetterbesserung. Als wir schließlich an der Reihe waren und unser erster Fahrer seine ersten Runden drehen konnte, war nicht nur vom Regen nichts mehr zu sehen, die Strecke war ebenfalls bereits komplett trocken. Nach einer anfänglichen 54er-Zeit für die erste Runde, steigerte sich unser Fahrer immer mehr und führte schnell und konstant das Feld mit Spitzenzeiten an: 50,3 Sekunden. Dies war die beste Rundenzeit, die nur von wenigen Teams geschlagen werden konnte. Zum Ende der 11km allerdings wurden die Zeiten nicht schneller, sondern gar langsamer. Und nach dem anschließenden Fahrerwechsel sogar noch langsamer. Eine 56er-Zeit war ab diesem Zeitpunkt die schnellste auf der Anzeigetafel. Dieser enorme Zeitverlust ließ sich bei dem ersten großen Check in Esslingen schnell erklären: einer unserer Reifen hat Luft verloren und zudem ist ein Stabi gerissen. Wir sind sehr froh, dass wir trotz diesen Problemen erfolgreich ins Ziel fahren konnten!
Summa summarum haben wir im Endurance einen weiteren Top-10 Platz belegen und bei der Fuel Effecency auf Platz 11 verbessern können. Dies führte dazu, dass wir unseren 11. Platz vom letzten Jahr bestätigt haben.
Nun steht auch schon das zweite Event vor der Tür und vom 11. – 14.08. geht es nun darum in Melk (Österreich) wieder Punkte zu sammeln.
|